R2.1  Persönlicher, räumlicher und zeitlicher Geltungsbereich

Die Anrechnung von Erziehungszeiten nach Europarecht kommt zunächst für Staatsangehörige der EU, des EWR sowie der Schweiz in Betracht. Voraussetzung ist, dass die Erziehungszeit in einem Mitgliedstaat der EU, des EWR oder der Schweiz zurückgelegt wurde.
Dabei werden auch Erziehungszeiten erfasst, die vor dem Anwendungsbeginn des Europarechts im jeweiligen Staat zurückgelegt worden sind (EU-Staaten: 01.05.2010, Schweiz: 01.04.2012, EWR-Staaten: 01.06.2012).
Darüber hinaus sind Erziehungszeiten auch für alle übrigen Staatsangehörigen anzurechnen, sofern sie von der (Drittstaats-)VO (EG) Nr. 1231/2010 erfasst werden (vergleiche GRA zur VO (EG) Nr. 1231/2010 >>(EWGV 1231/2010 R0)) und die Erziehung in einem Mitgliedstaat der EU erfolgt ist. Dies gilt auch für Zeiträume vor dem Inkrafttreten der (Drittstaats-)VO (EG) Nr. 1231/2010 am 01.01.2011 (AGZWSR 2/2009, TOP 8). Keine Mitgliedstaaten der EU sind die Schweiz sowie die EWR-Staaten Island, Liechtenstein und Norwegen.
Verlegen Drittstaatsangehörige ihren Wohnsitz in einen Staat außerhalb der EU, hat dies auf zuvor zurückgelegte anrechenbare Erziehungszeiten keinen Einfluss.
Siehe Beispiel 1 >>(EWGV 987/2009 Art. 44 R8)
zum Seitenanfang