R3.1  Grenzgänger aus Deutschland

Personen, die in Deutschland wohnen, hier (ein) Kind(er) erziehen und eine (oder mehrere) Erwerbstätigkeit(en) in (nur) einem anderen Mitgliedstaat ausüben, unterliegen den Rechtsvorschriften dieses Mitgliedstaats (Art. 11 Abs. 3 Buchst. a VO (EG) Nr. 883/2004 >>(EWGV 883/2004 Art. 11 G0)). Für Erziehungszeiten vor dem Anwendungsbeginn der VO (EG) Nr. 883/2004 in dem jeweiligen Mitgliedstaat gilt dies nach Art. 13 Abs. 2 Buchst. a und b VO (EWG) Nr. 1408/71 entsprechend.
Obwohl die Rechtsvorschriften des anderen Mitgliedstaats gelten, sind diese (Inlands-)Erziehungszeiten - ohne Besonderheiten - anzurechnen, weil § 56 SGB VI >>(SGB VI § 56 G0) für die Anrechnung von Erziehungszeiten allein auf den gewöhnlichen Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland abstellt. Die Ausschlussgründe des § 56 Abs. 4 SGB VI sind zu beachten (vergleiche GRA zu § 56 SGB VI >>(SGB VI § 56 R0), Abschnitt 7 >>(SGB VI § 56 R7)).
Dabei wird hingenommen, dass dies zu einer doppelten Anrechnung von Erziehungszeiten führt, wenn der kollisionsrechtlich zuständige Tätigkeitsstaat ebenfalls Erziehungszeiten anrechnet (AGZWSR 2/2007, TOP 4).
Siehe Beispiel 2 >>(EWGV 987/2009 Art. 44 R8)
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