R3.4.3  Nachweis der Haushaltsaufnahme

Pflegekindschaftsverhältnisse werden grundsätzlich beim Jugendamt registriert. Als Nachweis der Aufnahme des Kindes in den Haushalt der Pflegeeltern dient daher regelmäßig eine Bescheinigung des Jugendamtes, aus der sich die Art des Pflegeverhältnisses (Vollzeit-, Wochen-, Tages-, Adoptionspflege und so weiter) und die Dauer der häuslichen Gemeinschaft ergeben. Da der Begriff des Pflegekindes im Sinne von § 56 Abs. 2 Nr. 2 SGB I von dem des § 33 SGB VIII (bis 31.12.1990 § 27 Jugendwohlfahrtsgesetz) abweicht, kann selbst eine vom Jugendamt bescheinigte Vollzeit- beziehungsweise Dauerpflege nur im Rahmen der vorgenannten Kriterien zur Anerkennung einer Kindererziehungszeit führen.
Liegen Unterlagen beim Jugendamt nicht (mehr) vor, so wird die Aufnahme des Kindes in den Haushalt der Pflegeeltern durch eine Bescheinigung des Einwohnermeldeamtes belegt. Ist im Einzelfall eine polizeiliche Ummeldung des Kindes versehentlich unterblieben (insbesondere bei Verwandten), so genügt ausnahmsweise eine wahrheitsgemäße Erklärung, dass das Kind von den Pflegeeltern in ihren Haushalt aufgenommen und von ihnen wie ein eigenes Kind erzogen worden ist.
Die Zuordnung von Kindererziehungszeiten zur Pflegemutter setzt grundsätzlich auch die Anhörung der leiblichen Mutter voraus, sofern das Pflegekindschaftsverhältnis nicht durch eine Bescheinigung des Jugendamtes hinreichend nachgewiesen ist. Dies gilt nicht in Fällen der sogenannten Adoptionspflege wegen des bestehenden Ausforschungsverbotes. Ergeben die Ermittlungen, dass das Kind und die Großeltern oder Dritte mit den Eltern in einem gemeinsamen Haushalt gelebt haben, kann selbst mit Zustimmung der Eltern/eines Elternteiles die Erziehungszeit den Großeltern oder Dritten grundsätzlich nicht zugeordnet werden (siehe Abschnitt 3.4.1).
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