R7.4.5  Versorgungsanwartschaften für besondere Berufsgruppen

Es handelt sich insbesondere um Angehörige der sogenannten Kammerberufe (Berufsständler). Das sind zum Beispiel Apotheker, Architekten, Ärzte und Rechtsanwälte. Soweit Mitglieder dieser Versorgungseinrichtungen ihren Beruf nicht als Selbständige, sondern als abhängig Beschäftigte ausüben beziehungsweise ausgeübt haben, dürfte regelmäßig eine Befreiung nach § 6 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 SGB VI/§ 7 Abs. 2 AVG vorliegen.
Nach den bisherigen Feststellungen werden Erziehungszeiten in keinem der bereits abschließend geprüften berufsständischen Versicherungs- oder Versorgungseinrichtungen gleichwertig berücksichtigt. Erziehungszeiten können daher - unabhängig davon, ob eine Befreiung ausgesprochen wurde oder nicht - bei Erfüllung aller sonstigen Voraussetzungen in der Rentenversicherung vorgemerkt werden.
Versorgungsanwartschaften können jedoch auch von anderen Personen- beziehungsweise Berufsgruppen - als denen der Kammerangehörigen - erworben werden und zwar zum Beispiel von Landwirten und Abgeordneten der Bundesländer sowie des Deutschen Bundestages.
Satzungsmäßige Mitglieder geistlicher Genossenschaften, Diakonissen und Angehörige ähnlicher Gemeinschaften erhalten zwar die in der Gemeinschaft übliche Versorgung im Alter, allerdings wird keine Alterssicherung in Geld gewährt, sodass sich Erziehungszeiten generell nicht auswirken können. Kindererziehungszeiten und Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung können somit bei Vorliegen aller sonstigen Voraussetzungen in der Rentenversicherung vorgemerkt werden. Es handelt sich um den in § 5 Abs. 1 S. 1 Nr. 3 SGB VI genannten versicherungsfreien Personenkreis. Dazu gehören auch Krankenschwestern des Deutschen Roten Kreuzes, Mitglieder der Zeugen Jehovas und Methodisten.
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