Publikation



Soziale Ungleichheit und Erwerbsminderungsrente


Die sozialepidemiologische Forschung und die Gesundheitsberichterstattung haben inzwischen zahlreiche empirische Befunde dafür erbracht, dass zwischen der sozialen und gesundheitlichen Lage der Bevölkerung ein enger Zusammenhang besteht. Für viele chronische Krankheiten und Beschwerden gilt, dass sie bei Personen, die in Bezug auf Qualifikation, Berufsstatus und Einkommen als benachteiligt angesehen werden können, vermehrt auftreten und zudem oftmals einen ungünstigeren Verlauf nehmen. Als Grund hierfür wird neben einem riskanteren Gesundheitsverhalten, das z. B. an einem höheren Tabak und Alkoholkonsum, einer geringeren körperlich-sportlichen Aktivität und einer ungünstigeren Ernährung festgemacht wird, vor allem auf die schlechteren Arbeits- und Lebensbedingungen sowie die geringeren sozialen Teilhabechancen verwiesen. Die soziale Ungleichverteilung vieler Krankheiten und Risikofaktoren spiegelt sich letztlich in der Lebenserwartung wider. Wie aktuelle Studien zeigen, liegt die mittlere Lebenserwartung in solchen Bevölkerungsgruppen, die geringe Einkommen beziehen oder Armutsrisiken ausgesetzt sind, etwa fünf bis zehn Jahre niedriger als in vergleichbaren Bevölkerungsgruppen mit hohen Einkommen.

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Autor/en

Christine Hagen; Ralf K. Himmelreicher; Daniel Kemptner; Thomas Lampert

Erschienen in

DRV-Schriften Band 55/2010, S. 86 - 102

Schlagworte:

Krankheit; Geschlecht; Ostdeutschland; Westdeutschland; psychische Erkrankungen; Herz-Kreislauf-Erkrankungen; Muskel-Skelett-Erkrankungen; Niedrigqualifiziert; Hochqualifiziert



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Letzte Änderung: 15.2.2011